Premieren-Kritik

(Erschienen auf KleinUndKunst.at* am 27.3.2008)

Ein sehr buntes und vielfältiges Programm präsentierte der Kabarettist Stefan Eichberger bei der Premiere seines zweiten Kabarettprogramm "Schwarz-Weiß" am 25. März 2008 im Theater am Alsergrund. Mit dabei und schwer begeistert war Klein&Kunst-Redaktrice Margot Fink.

Da kommt einer auf die Bühne, in Jogginghose, schwarzem T-Shirt, Badeschlapfen und weißen Tennissocken, und erzählt ein wenig aus seinem Leben. Gut geht's ihm nicht, weil die Welt ist keine gute und schon alleine die Nachbarn sind zum Ärgern, der fahrbare Untersatz ist ein Leichenwagen, in den Öffis ärgert man sich doch nur, die Wohnung Tiefparterre mit Panoramablick, aber mehr von außen hinein als von drinnen nach draußen, deshalb wird auch ein Vorhang mit Totenköpfen aufgehängt, was den Paul an seine Ehe erinnert, also die Totenköpfe, er ist eben ein Schwarzmaler, ein Schwarzseher, wie er im Buche steht, einer, der die Sternsinger nicht leiden kann, .... und und und ... siehe da, der Paul hat im zweiten Teil auch eine andere Seite, eine fröhliche, positiv denkende nämlich, die sich schon in der Kleiderwahl niederschlägt, und dieser Paul sieht die Dinge auch ein wenig anders, fährt gern mit den Öffis, hilft den Nachbarn, eine ganz andere Person eben als der Paul, den die ZuschauerInnen im ersten Teil kennen gelernt haben. Es stellt sich nun die Frage, ob das Glas halb leer oder halb voll ist.

Am Ende hat sogar „Langsam wachs ma zsam" von Wolfgang Ambros seinen Sinn. Das Lied ins Programm aufzunehmen, erfordert Mut, was Stefan Eichberger daraus gemacht hat, ist unerwartet und wirklich gut. Die beiden Paulis werden von der Erkenntnis getroffen, dass der eine ohne den anderen nicht kann. Ein Herz und eine Seele - sprichwörtlich, auseinander gelebt - auch sprichwörtlich und wieder zusammengefunden. Und der Kabarettist Stefan Eichberger schwindelt sich auch ins Stück neben die beiden Paulis. Die Geschichte an der Bar mit der Moni, besser hätte man das nicht erzählen können.

Die Umsetzung seiner Idee von „Schwarz-Weiß" ist Stefan Eichberger sehr gut gelungen. Problemlos wechselt er zwischen den beiden Persönlichkeiten, auch als Musiker überzeugt er auf der Bühne, textlich und stimmlich, aber nicht nur damit. Da wären noch schauspielerisches Talent, gutes Gespür für Pointen, Spielfreude, gutes Timing und interessanter Inhalt zu erwähnen. Vom Ansatz her ein wenig philosophisch, meistens sehr humorvoll und witzig, aber doch auch mit einer Portion Ernst und Tiefgang und zum Nachdenken anregend. Also eine gute Mischung. „Schwarz-Weiß" ist unglaublich gut und absolut empfehlenswert!

Margot Fink für Klein&Kunst Onlein.



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